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Meldungen NOVEMBER 2018
Jede dritte Wohnungslose ist eine Frau – Diakonie RWL fordert Ausbau der Hilfen Düsseldorf/Münster, 8. November 2018. Aufgrund der dramatischen Situation auf dem Wohnungsmarkt sind immer mehr Frauen von Wohnungslosigkeit betroffen. Jede dritte der über 32.000 Wohnungslosen in NRW ist mittlerweile weiblich. „Wir brauchen dringend mehr Notübernachtungsstellen, Wohnhilfen und Beratungsangebote in NRW, die sich gezielt an Frauen richten“, fordert Christian Heine-Göttelmann, Vorstand des Diakonischen Werkes Rheinland- Westfalen-Lippe. Dies bestätigt eine aktuelle Studie der Diakonie RWL, in der erstmals wohnungslose Frauen und Mitarbeiterinnen der rund 260 Einrichtungen in der Wohnungslosenhilfe des Landesverbandes befragt wurden. Laut Studie haben rund 42 Prozent der wohnungslosen Frauen Gewalt und sexuellen Missbrauch erfahren. Sie möchten deshalb in der Regel getrennt von Männern untergebracht, betreut und beraten werden. 90 Prozent der befragten Mitarbeiterinnen bestätigen, dass vor allem im ländlichen Raum und kleineren Städten frauenspezifische Angebote fehlen. Besonders die Wintermonate sind für wohnungslose Frauen kritisch. Jede Dritte kritisiert, dass Einrichtungen an Wochenenden häufig geschlossen und zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr morgens nicht zugänglich sind. „Wir müssen die besondere Lebenslage von Frauen berücksichtigen. Sie suchen bei uns nicht nur ein Obdach, sondern auch Schutz vor Ausbeutung, psychischen, körperlichen und sexuellen Übergriffen“, betont Stefanie Volkenandt, Leiterin der „Icklack – Wohnen für Frauen“ bei der Diakonie Düsseldorf. Deshalb müssten Frauenwohneinrichtungen grundsätzlich eindeutig von Männereinrichtungen getrennt sein. In Düsseldorf hat die Diakonie ihre Hilfen schon seit über vierzig Jahren entsprechend gestaltet. Hier gibt es neben einer Notaufnahme für Frauen mit 20 Betten – in enger Kooperation mit der Stadt - sowie dem stationär betreuten Wohnangebot „Icklack“ mit 31 Plätzen auch eine spezielle Fachberatung und eine Wohngemeinschaft für wohnungslose Mütter mit Kindern. „Ich hätte niemals in einer Unterkunft Hilfe gesucht, in der ich gemeinsam mit Männern untergebracht bin“, bestätigt Isa Dickers, die seit über einem Jahr in der „Icklack“ unterstützt und beraten wird. Roland Meier, Vorstand des evangelischen Fachverbands Wohnungslosenhilfe der Diakonie RWL, versichert, dass die Diakonie alles tun wird, damit sich die Situation für von Wohnungslosigkeit betroffene Frauen bessert. „Wir werden unsere eigenen Hilfen überprüfen und so gestalten, dass Frauen bei uns den Schutz finden, den sie brauchen.“ Die Diakonie RWL sieht aber auch die Kommunen in der Pflicht, ihre Angebote weiter auszubauen. „Jede Frau in NRW sollte im Umkreis von 25 Kilometern ein auf sie zugeschnittenes Hilfsangebot finden“, fordert Christian Heine-Göttelmann. „Es kann nicht sein, dass Hilfe nach Kassenlage gewährt wird. Wir können die Frauen, die in Not sind, nicht einfach sich selbst überlassen.“ Dabei stünden die Diakonie sowie andere Wohlfahrtsverbände den Kommunen als Partner zur Seite, so Heine-Göttelmann. „Wir haben das Know-How, das Fachpersonal, oft auch die Räumlichkeiten und Ehrenamtliche, um angemessene, schnelle und effektive Hilfe möglich zu machen.“
Foto: Diakonie RWL
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Jede dritte Wohnungslose ist eine Frau – Diakonie RWL fordert Ausbau der Hilfen Düsseldorf/Münster, 8. November 2018. Aufgrund der dramatischen Situation auf dem Wohnungsmarkt sind immer mehr Frauen von Wohnungslosigkeit betroffen. Jede dritte der über 32.000 Wohnungslosen in NRW ist mittlerweile weiblich. „Wir brauchen dringend mehr Notübernachtungsstellen, Wohnhilfen und Beratungsangebote in NRW, die sich gezielt an Frauen richten“, fordert Christian Heine- Göttelmann, Vorstand des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe. Dies bestätigt eine aktuelle Studie der Diakonie RWL, in der erstmals wohnungslose Frauen und Mitarbeiterinnen der rund 260 Einrichtungen in der Wohnungslosenhilfe des Landesverbandes befragt wurden. Laut Studie haben rund 42 Prozent der wohnungslosen Frauen Gewalt und sexuellen Missbrauch erfahren. Sie möchten deshalb in der Regel getrennt von Männern untergebracht, betreut und beraten werden. 90 Prozent der befragten Mitarbeiterinnen bestätigen, dass vor allem im ländlichen Raum und kleineren Städten frauenspezifische Angebote fehlen. Besonders die Wintermonate sind für wohnungslose Frauen kritisch. Jede Dritte kritisiert, dass Einrichtungen an Wochenenden häufig geschlossen und zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr morgens nicht zugänglich sind. „Wir müssen die besondere Lebenslage von Frauen berücksichtigen. Sie suchen bei uns nicht nur ein Obdach, sondern auch Schutz vor Ausbeutung, psychischen, körperlichen und sexuellen Übergriffen“, betont Stefanie Volkenandt, Leiterin der „Icklack – Wohnen für Frauen“ bei der Diakonie Düsseldorf. Deshalb müssten Frauenwohneinrichtungen grundsätzlich eindeutig von Männereinrichtungen getrennt sein. In Düsseldorf hat die Diakonie ihre Hilfen schon seit über vierzig Jahren entsprechend gestaltet. Hier gibt es neben einer Notaufnahme für Frauen mit 20 Betten – in enger Kooperation mit der Stadt - sowie dem stationär betreuten Wohnangebot „Icklack“ mit 31 Plätzen auch eine spezielle Fachberatung und eine Wohngemeinschaft für wohnungslose Mütter mit Kindern. „Ich hätte niemals in einer Unterkunft Hilfe gesucht, in der ich gemeinsam mit Männern untergebracht bin“, bestätigt Isa Dickers, die seit über einem Jahr in der „Icklack“ unterstützt und beraten wird. Roland Meier, Vorstand des evangelischen Fachverbands Wohnungslosenhilfe der Diakonie RWL, versichert, dass die Diakonie alles tun wird, damit sich die Situation für von Wohnungslosigkeit betroffene Frauen bessert. „Wir werden unsere eigenen Hilfen überprüfen und so gestalten, dass Frauen bei uns den Schutz finden, den sie brauchen.“ Die Diakonie RWL sieht aber auch die Kommunen in der Pflicht, ihre Angebote weiter auszubauen. „Jede Frau in NRW sollte im Umkreis von 25 Kilometern ein auf sie zugeschnittenes Hilfsangebot finden“, fordert Christian Heine-Göttelmann. „Es kann nicht sein, dass Hilfe nach Kassenlage gewährt wird. Wir können die Frauen, die in Not sind, nicht einfach sich selbst überlassen.“ Dabei stünden die Diakonie sowie andere Wohlfahrtsverbände den Kommunen als Partner zur Seite, so Heine-Göttelmann. „Wir haben das Know- How, das Fachpersonal, oft auch die Räumlichkeiten und Ehrenamtliche, um angemessene, schnelle und effektive Hilfe möglich zu machen.“
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